1925


Der erste Weltkrieg zwang dann für lange Zeit zur Unterbrechung der Vereinstätigkeit.

Doch durch große Anstrengungen aller Sänger konnte man anschließend an die früheren erfolgreichen Jahre anknüpfen und weiter schöne Erfolge bei Preissingen erzielen.

1925_festzug1923

Im Jahr 1922 war durch den losen Zusammenschluss mehrerer Gesangvereine des Leintals und Umgebung die Leintal-Sängergruppe entstanden, die alljährlich Sängertage abhielt. Und so konnte unser Verein im Jahr 1923 sein erstes Sängerfest durchführen: Der 2. Leintal-Sängertag fand am Pfingstmontag, dem 21. Mai 1923, im Schloss-Saal in Massenbach statt.
Schon damals trugen diese Sängertage die gleichen Merkmale wie die heutigen Leintal-Sängertreffen: Konzertsingen der Mitgliedsvereine, Gemeinschaftschöre und Freundschaftssingen. Und damals gehörte auch ein Festzug dazu.

Es wurde ein erfolgreicher Tag für die hiesigen Sänger, vermerkt das Protokollbuch, nur “ließ die Inflationszeit keine rechte Stimmung aufkommen”.

Und dass das Inflationsgespenst auch vor den Vereinsfinanzen nicht halt machte, zeigt ein Blick in das Kassenbuch: So schloss das Jahr 1923 mit der unvorstellbar hohen Summe von 1.000.025.030.730,30 Mark und beginnt im Jahr 1924 mit dem Eintrag “alter Kassenbestand in Goldmark 1,-”.

In den folgenden Jahren setzte sich die Aufwärtsentwicklung des Chores fort. Besuche von Sängerfesten in der näheren Umgebung, Ständchen, Ausflüge und Weihnachtsfeiern bildeten das Jahresprogramm. Beim Preissingen trat man inzwischen erfolgreich in der Stufe “Kunstgesang” auf und konnte viele Ehrenpreise erringen. Dies war nicht zuletzt das Verdienst von Vorstand Julius Scherer und von Hauptlehrer Mayer, der den Verein über 12 Jahre musikalisch leitete. Sie verstanden es immer wieder, dem Chor neue Impulse zu geben.

1925_kinderfest1930

Einen vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung bildete das Sängerfest mit Fahnenweihe im Jahre 1930. Dass dieses Fest unter Anteilnahme der gesamten Dorfgemeinschaft gefeiert wurde, dokumentiert ein Auszug aus den Eintragungen des Schriftführers Wilhelm Wagner in das Protokollbuch:
“Der Festtag ist angebrochen. Herrlicher Sonnenschein strahlt vom Morgenhimmel hernieder. … In vollem Festschmuck prangte unser kleines Dorf. Keine Mühen und keine Kosten wurden von den Einwohnern gescheut, um den zu erwartenden Gästen unser Dorf im schönsten Festschmuck zu zeigen; und wahrlich es ist gelungen. … Standen doch rechts und links an der Straße Hunderte von Birken . Von Haus zu Haus zogen sich Girlanden und Schnüre mit bunten Fähnchen und Wimpeln, so dass die Straße einem Triumphbogen glich.”

Und nach einer begeisternden Schilderung des gelungenen Ablaufes dieses Festtages mit der Fahnenweihe als Höhepunkt endet der Eintrag mit den Worten: “Der Verein selbst und beinahe die gesamte Einwohnerschaft waren bis zur späten Nachtstunde in fröhlicher Stimmung auf dem Festplatz, wo die Musikkapelle unermüdlich ihre Weisen erklingen ließ.”
Wie auch in späteren Jahren schloss sich an die Festtage ein Kinderfest an, zu dem ein Festzug den Auftakt bildete.

Wie sehr der Verein damals in das Ortsgeschehen einbezogen war, zeigte sich darin, dass kaum ein örtliches Ereignis ohne gesangliche Darbietung denkbar war: Sei es ein Ständchen zur Hochzeit, zur Amtseinführung eines Bürgermeisters oder Lehrers, sei es der Grabgesang, immer wurde der Männerchor um Mitwirkung gebeten. Auch die Gemeinde und die übrigen Vereine traten oft mit Sangeswünschen an den Verein heran.

Daraus hat sich eine umfassende kulturelle Aufgabe für den Verein ergeben, und er stellte sich stets gerne der Allgemeinheit, der Dorfgemeinschaft, zur Verfügung. Diese Tradition hat sich bis in die heutige Zeit fortgesetzt.

1900


Im Januar 1905 kam es dann zu einer Neubelebung des Vereins. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 8. Januar 1905 nahmen einige junge Männer die Vereinsführung in die Hand. Die neue Vereinsleitung setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorstand

2. Vorstand

1. Schriftführer 

2. Schriftführer

Kassier

Christian Zaiser

Gustav Boger

Albert Dörr

Karl Wagner

Gottlob Köhler

1900_gruppealt

Der Verein erhielt auch einen neuen Namen, der für die Mitglieder verpflichtend war, und nennt sich seit diesem Zeitpunkt
“Eintracht Massenbach”

Dass man mit neuem Elan und Schwung bei der Sache war, ist daraus zu ersehen, dass noch im Monat Januar 1905 insgesamt 13 Singstunden abgehalten wurden, um die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Auftreten in der Öffentlichkeit zu schaffen.

Allerdings standen die ersten Dirigenten, die Lehrer Lutzeier und Heidinger, jeweils nur ein Jahr zur Verfügung, so dass mit den jungen ungeübten Sängern keine kontinuierliche Aufbauarbeit geleistet werden konnte. Doch bereits unter der Stabführung des Lehrers Alt konnten im Jahr 1908 laut Protokoll gelungene Abendunterhaltungen veranstaltet werden. Und ab 1910 beteiligte sich der Verein mit sehr gutem Erfolg bei Sängerfesten mit Preissingen, zu denen man mit Pferdefuhrwerken hinfuhr.

1873 Gründung


Der erste urkundliche Hinweis auf einen Gesangverein in Massenbach findet sich als Eintrag im Evangelischen Kirchenbuch des Pfarramtes Massenbach im Februar 1873.

schlosstr

Das Gründungsjahr 1873 wurde auch in einer alten Festschrift bestätigt, in der als noch lebende Gründungsmitglieder folgende Personen aufgeführt sind:

Johann Essig I, Johann Essig II, Wilhelm Funk, Karl Sehnig und Philipp Schuster.

Dieser alten Festschrift ist aber ebenfalls zu entnehmen, dass bereits früher ein Gesangverein in Massenbach bestanden haben muss: “…Von dem ersten Gesangverein wissen die ältesten Männer nur noch zu sagen, dass er sich anfangs der 60er Jahre auflöste…”.

Als erster Leiter und Dirigent diente dem Verein viele Jahre Hauptlehrer Walz, der sich auch auf vielen anderen Gebieten um die Gemeinde Massenbach Verdienste erworben hat